Indonesia, mau ke mana? – Wohin gehst du, Indonesien?

Eine fotodokumentarische Reise von Christine Denck mit Begleittext von Renste Volbracht

Ausstellung im Haus der Demokratie

06.06. – 31.07.2014
werktags von 10:00 – 17:00
Vernissage am 06.06.2014 um 19:00 Uhr

Haus der Demokratie und Menschenrechte
Foyer des Robert-Havemann-Saales
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin

Indonesien wird in Reiseführern gerne als „Inselparadies” bezeichnet. Im Gegensatz dazu brachten mich meine dreimonatigen Erfahrungen auf sieben Inseln zu der Einsicht, dass die 250 Millionen EinwohnerInnen des Archipels mit weniger paradiesischen Verhältnissen zu tun haben. Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien portraitieren Menschen und zeigen sie in ihrem Lebensraum, in alltäglichen Situationen, bei der Arbeit, in der Freizeit oder unterwegs.

Die Republik Indonesien ist fast zwei Millionen km2 groß und das Land mit der viertgrößten Einwohnerzahl weltweit. Die 190 Millionen Wahlberechtigten haben am 09. April ein neues Parlament gewählt und werden in diesen Tagen, am 09. Juli, entscheiden, wer der neue Präsident wird. Spannend bleibt, welche Kandidaten ins Rennen gehen werden, und ob sie sich willens zeigen, einen sozialen und umweltfreundlichen Kurswechsel einzuschlagen.

Hauptstadt und Regierungssitz ist Jakarta, im Nordwesten Javas gelegen, mit über 10 Millionen EinwohnerInnen. Diese quirlige Mega-City mit ungezählten Wolkenkratzern ist das Handels- und Bankenzentrum Indonesiens und der wichtigste Verkehrsknotenpunkt im Archipel. Die Mittel- und Oberschicht ist nirgends sonst in Indonesien so groß wie hier, man pflegt einen westlich geprägten Lebensstil in exklusiven Parks, Feinschmeckerlokalen und Shopping-Malls. Doch dieser erste Blick auf die glänzenden Fassaden trifft schnell auf ein anderes Bild: Die extremen Einkommensunterschiede werden auch im Stadtbild sichtbar, denn ein großer Teil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu städtischen Versorgungen, wie sauberem Wasser, Elektrizität oder sozialen Diensten.

Bali gilt als Insel der Geister, Götter und Dämonen und ist nicht zuletzt wegen seiner Strände, der Vulkanseen und seiner zahlreichen kulturellen und religiösen Feste ein beliebtes Reiseziel. Obwohl der Tourismus die Haupteinnahmequelle dieser Provinz ist, arbeiten die meisten BalinesInnen in der Landwirtschaft, denn die Insel ist fruchtbar und viele der Erzeugnisse werden exportiert. Durch den Tourismus ist die Infrastruktur Balis besser als im Landesdurchschnitt, aber auch hier zeigen sich zuneh-mend Umweltprobleme.

Das hohe Bergland im Inneren der Insel Sulawesi ist teilweise noch mit Regenwäldern bedeckt. An den Küsten und in den Bergen leben mehrere angestammte Ethnien unterschiedlicher kultureller Prägung. Durch gezielte Umsiedlungen von meist javanischen Familien nach Sulawesi werden sie zunehmend marginalisiert. Leider ist Sulawesi reich an Bodenschätzen, was zu großflächigen Zerstörungen der Natur und der Lebensgrundlagen der Menschen führt.

Mit der Ausstellung möchte ich dem Berliner Publikum einige Aspekte der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen in Indonesien nahebringen.

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