Auf Wiedersehen, Flores (Reisebericht Teil 1)

Pulau Flores

Flores ist eine der Kleinen Sunda-Inseln, die von ca. 1,5 Millionen Einwohnern bevölkert wird, 50 Prozent davon sind Kinder. Sie gehört zur Provinz Nusa Tenggara Timor in der Republik Indonesien, ist bei einer Fläche von etwa 14 200 Quadratkilometern 386 Kilometer lang und etwa 56 Kilometer breit.

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Blick auf den Gunung Inerie


Flores besticht durch seine landschaftliche Vielfalt: Vulkane, Bergseen, Wasserfälle, Savannen und exotischer Dschungel, sowie paradiesische Sandstrände sind hier zu finden. An der Küste ist Flores von Tiefland mit lichtem Regenwald und Savanne geprägt. Die Westküste von Flores gehört zu den wenigen Orten außerhalb der benachbarten Insel Komodo, an denen auch der Komodowaran vorkommt. Im Landesinneren ist die Insel dicht bewaldet und steigt auf Höhen bis auf 2.382 m. Die Berge sind fast alle vulkanischen Ursprungs und die wenigen Flüsse, die die Insel durchqueren, sind nicht schiffbar.

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Schiffsbesatzung im Hafen von Maumere


Wichtigste landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Mais, Reis, Kokosnüsse, Zimt, Kaffee, Tabak, Baumwolle und Wachs. Außerdem gibt es Vieh- und Geflügelzucht und Mineralien werden abgebaut.
Es gibt fünf kulturelle Gruppen auf Flores, die jeweils ihre eigene Sprache besitzen und sich äußerlich unterscheiden – und außerdem über 60 Dialekte. Man verständigt sich aber hauptsächlich auf Bahasa Indonesia.
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Reisfelder in der Nähe von Moni


Den Namen hat die Insel von portugiesischen Seefahrern bekommen, die sie 1512 entdeckten. Die Portugiesen missionierten die dortigen Einwohner, so dass heute ca. 85 % der Einwohner Christen (meist Katholiken) sind. Allerdings ist der traditionelle Ahnenkult nicht ausgestorben: katholischer Glaube vermischt sich mit animistischen Ritualen.
In vielen Dörfern findet man Megalithen. Hier versammeln sich die Bewohner bei Festen, um wichtige Entscheidungen zu treffen oder mit den Ahnen zu kommunizieren. Die 12 % Bevölkerungsanteil der Muslime findet man zumeist in den Küstenorten, wo sie meist als Fischer ihr Leben bestreiten.

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alter Mann mit Kind am Fischmarkt in Labuan Bajo


2003 fanden Forscher ein winziges, menschenähnliches Skelett auf der Insel Flores. Die Entdeckung des sogenannten Hobbits, der vor 12 000 Jahren ausgestorben ist, wirft Fragen nach der Herkunft des Menschen auf. Der Fund gilt als eine der außergewöhnlichsten wissenschaftlichen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte. Später wurden aussagekräftige Beweise dafür gefunden, dass der Homo floresiensis nicht – wie bis dahin angenommen – vom Homo erectus abstammt. Die Wurzeln des Homo floresiensis gehen auf die Australopithecine zurück, die frühesten in Afrika gefundenen Vormenschen, die vor mehr als 2,5 Millionen Jahren ausstarben.

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Nord-Westküste von Flores


Eine Theorie behauptet, dass eine frühe Art des Homo erectus, deren Vertreter ein großes Gehirn hatten und Werkzeuge verwendeten, die erste menschliche Spezies war, die Afrika vor 1,8 Millionen Jahren verließ. Möglicherweise stammt der erste Mensch nicht aus Afrika, sondern aus Asien, wo sein winziger Vorfahre über viele Generationen hinweg auf dieser abgelegenen Insel überlebte.

Labuan Bajo

Nach Flores kommt man am besten – wenn man sich bereits in Indonesien befindet – mit dem Flugzeug oder dem Schiff.

Es gibt einige kleinere Anbieter von Segelturns, die von Lombok oder Bali aus in vier Tagen nach Flores segeln oder die wöchentlich verkehrende Fähre, die Flores in der gleichen Zeitspanne erreicht. Ebenso lange dauert es mit dem Bus, der ja schließlich auch über mehrere Inseln hüpfen muß.
Weil wir unsere kostbare Zeit nicht auf einem Boot verbringen wollten, wo oft unklar ist, ob man in den angesteuerten Häfen überhaupt von Board gehen darf, haben wir uns für den etwas teureren Flug entschieden. Hierzu mussten wir erst mal von Gili Air, einer kleinen Insel, wo ich zuvor meinen Tauchschein gemacht hatte, nord-westlich von Lombok mit dem Schnellboat nach Bali übersetzen.
Von Denpassar aus flogen wir dann in etwa eineinhalb Stunden nach Labuan Bajo.

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Ostküste Sumbawas und Gunung Api aus der Luft


An Board der Fokker 50 wurden wir erst einmal über Durchsage an die für Drogenschmuggel noch übliche Todesstrafe erinnert. Die Maschine fliegt nicht sehr hoch und so konnte man die unvergessliche Landschaft der Inseln Lombok, Sumbawa, Kommodo und Rincha von oben bewundern, soweit der wolkenbedeckte Himmel das zuließ.
Am Zielflughafen wurden wir von einer Mitarbeiterin des „Bajo Dive Club“ abgeholt, über den wir im Vorfeld schon per Email unsere Tauchgänge gebucht hatten. Die Unterkunft fanden wir in der touristischen Nebenzeit relativ schnell. Wir bezogen im „Gardena Hotel“ Quartier.

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Ausblick von unserem Bungalo über Labuan Bajo


Die in Indonesien oft üblichen, aus Flechtwerk hergestellten Stelzenbauten sind terrassenartig in den Hang gebaut. Der Preis für unsere Bleibe in den nächsten Tagen betrug etwa 17 € pro Nacht, etwa das doppelte der Summe, die im Lonely Planet angegeben ist. Im übrigen war auf diese Preisangaben allerorts wenig Verlass, obwohl der Druck unserer Ausgabe erst zwei Jahre her war.
Nachdem wir unsere Sachen im Zimmer verstaut hatten, gönnten wir uns erst mal ein Abendessen im zum Hotel gehörigen Restaurant. Dieses war gut und nicht zu teuer. Nebenher konnten wir – wie auch von unserem Bungalow aus – den herrlichen Ausblick über den Ort mit dem Hafen genießen.

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Der Kapitän steuert das Schiff zwischen unzählige kleine Inseln ans Ziel


Am nächsten Morgen fanden wir uns in aller Frühe bei der Tauchbasis ein, um mit dem Schiff eine der vielen kleinen Inseln in der weiteren Umgebung anzusteuern.
Die Fahrt, bei der wir die einzigen Kunden waren, dauerte ca. eineinhalb Stunden. Die Unterwasserwelt mit ihren herrlichen Riffen ist grandios und der Fischreichtum überwältigend.
Unsere nächste Tauchfahrt am folgenden Tag verbanden wir mit einem Ausflug nach Rinca, um zwischen zwei Tauchgängen die dortige Flora und Fauna – und auch die Kommodoverane – zu erkunden.

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Die kleine Insel „Lonely Tree“, ein Tauchplatz nahe Rinca


Ein Ranger des Nationalparks begleitete uns auf der einstündigen Wanderung durch den Naturpark, wobei er mit einem langen, vorn gegabelten Stecken bewaffnet war, der dazu diente, sich die Riesenechsen vom Leib zu halten,
Diese werden drei bis vier Meter lang und mehr als 150 kg schwer. Ein Biss dieser imponierenden Tiere ist nicht ungefährlich. Um sie nicht zu reizen, sollte man ihnen deshalb auch nicht zu nahe kommen.
Ihre Beutetiere, z. B. die dort lebenden Hirsche, sterben meist nach dem giftigen Biss der mit Bakterien verseuchten Zähne. Bis diese verendet sind, verfolgen die Jäger ihr Opfer.

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Kommodowaran auf Rinca


An einem anderen Tag mieteten wir uns ein Moped und fuhren zu den ca. 4 km östlich der Stadt gelegenen Höhlen „Batu Cermin“, die vor grauer Vorzeit unter dem Meeresspiegel lagen. Deshalb kann man dort auch allerhand Fossilien von Meerestieren finden.
Bei einem weiteren Ausflug, westlich von Labuan Bajo, trafen wir keine anderen Touristen.
Kinder liefen uns entgegen und begrüßten uns freundlich mit „Hello Mister“. Dieses Verhalten begleitete uns oft auf der späteren Reise durch Flores.

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Rancher in den Höhlen von Batu Cermin



Über die Fahrt von Labuan Bajo nach Maumere geht es bald im nächsten Teil weiter…

7 thoughts on “Auf Wiedersehen, Flores (Reisebericht Teil 1)

  1. Das scheint eine wirklich interessante Reise gewesen zu sein!
    Vielleicht sollte ich Indonesien in meine nächste Urlaubsplanung einbeziehen.

  2. hi! your blog is very interesting. The content is really great, but sorry i don’t like your website design, maybe you find better wp themes when you search on google for „the best wordpress themes“.(:

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